Vorbereitungen auf den Road Trip
- Brigitte Küng-Reber
- 12. Sept. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Wenn wir morgen losfahren und die Kleinstadt Broome verlassen, dann liegen 611 km zwischen hier bis Port Hedland, dem nächsten Ort. Dazwischen gibt es Wüste, Sand und Staub. Mit diesen für uns Schweizer ungewohnten Distanzen ist klar, dass man grundsätzlich alles dabei haben muss, was man im Alltag so braucht. Wir sind froh, dass wir hier in Broome genügend Zeit haben, um unsere Vorräte und die gefühlt tausend kleinen Dinge zu besorgen, die wir für unseren Road Trip benötigen.
Die ganzen Besorgungen, bewaffnet mit Strichlisten, waren anstrengend, denn in fremden Warenhäusern fühlt man sich wie ein Legastheniker: man weiss nie so genau, wie die Produkte aussehen und wo man suchen muss. Bis auf einige Frischprodukte, die wir morgen vor dem Abfahren noch einkaufen, sind wir nun ready. Als Belohnung verwöhnten wir uns nochmals mit frischen Fruchtsäften und einem Salat im Green Mango Café, einem der wenigen Orte in Broome, an denen gesunde und feine Sachen serviert werden, die nicht zwingend aus Fleisch bestehen.
Das ungewöhnlichste Utensil, das wir auf Anraten unserer Gastgeber gekauft haben, ist ein Netz, das man sich über den Hut und dann den ganzen Kopf stülpt und festzurrt. Es ist der einzige Schutz gegen Fliegen, die hier in Westaustralien manchmal in grossen Schwärmen auftreten können und die lästigerweise in Nasen, Ohren und Mund fliegen und einem den schönsten Ort vergraulen können. Man kann nie wissen, wann eine Region von den Viechern heimgesucht wird. Also sind wir vorbereitet. Ebenfalls möchten wir ein paar feine australische Weine probieren. In Australien kann man Alkohol nur in sogenannten Bottle Shops kaufen. Hier in Broome wurde im Juli ein neues Gesetz eingeführt, nachdem man nur noch zwei Flaschen Wein pro Person und Tag mitnehmen darf. Diese Restriktion wurde erlassen, um gegen die grossen Alkoholprobleme und die damit verbundene, hohe Kriminalitätsrate in der Gegend vorzugehen. Betroffen sind vorwiegend Aboriginal People. Einige von ihnen sieht man abends sturzbetrunken über die Strasse taumeln. Es ist eine traurige Facette und ein Ausdruck der Widersprüchlichkeit zwischen dem modernen, weissen Australien und dem ursprünglichen Leben der Aboriginals, die in dieser neuen Welt ihren Platz nicht so richtig finden.

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