Jakarta war besser als erwartet
- Brigitte Küng-Reber
- 25. Juli 2024
- 2 Min. Lesezeit
Wir hatten eine total chaotische, dreckige, quirlige und eher konservativ-islamische Stadt erwartet. Umso mehr waren wir erstaunt über breite Trottoires, einen sehr aufgeräumten Eindruck in vielen Quartierten, die ÖV-Erschliessung, die Internationalität, die Freundlichkeit der Menschen und einen zurückhaltenden Islam in der Stadt.

Der Verkehr wird oft als Horror bezeichnet. Tatsächlich würden wir hier nicht selber fahren wollen. Horden von Scooter-Fahrer, Taxis, Busse und Lieferwagen weben sich mit dem typischen Asien-Flow ineinander, ohne dass man die Gesetzmässigkeiten dieses Stroms so richtig versteht. Staus kann es jederzeit geben und dann ist das Vorankommen abschnittsweise eher gemächlich. Lange, mehrspurige Einbahnstrassen verunmöglich oft ein direktes Anpeilen des Zieles. Der Fahrstil ist nie aggressiv oder hektisch, sondern eher stoisch. Obwohl die Fahrzeuge bis auf ein paar Zentimeter aufrücken, sieht man kaum Beulen oder Kratzer.
Als Tourist ist es sehr einfach, sich in der Stadt zu bewegen. Nebst Grab und Gojek, welche die Strassen mit ihren grünen Helmen und Jacken schon fast dominieren und vor allem Mitfahrten auf dem Scooter anbieten, gibt es auch Bluebirds-Taxis, welche an jeder Ecke zu finden sind. Alle Anbieter funktionieren ähnlich wie Uber: man kann online über den entsprechenden App Fahrten buchen, bezahlen, bewerten und auch verwandte Dienstleistungen, wie Essenslieferungen, anfordern. Wir mussten nie über den Einsatz des Taxometers streiten oder mühsam über den Fahrpreis verhandeln und fanden immer schnell eine Fahrgelegenheit. Die Preise sind für unsere Verhältnisse sehr moderat: für Kurzstrecken bezahlten wir umgerechnet weniger als 1 Franken; für 40-minütige Fahrten quer durch die Stadt zwischen 5 - 10 Franken. So einfach war es für uns noch selten, uns in einer Grossstadt zu bewegen.

Es gibt in Jakarta eine grosse Vielfalt an Essensmöglichkeiten: von einfachen Garküchen mit Street Food bis zu hippen Cafés und Restaurants mit Fusion-Cuisine und Rooftop-Bars. Zum Abschluss haben wir ein Restaurant mit tollem Ambiente in einem Park gefunden, umrahmt von Jakartas Skyline.


Die ganz grossen Sehenswürdigkeiten fehlen in Jakarta vielleicht etwas, auch wenn es durchaus einiges zu besuchen gibt. So war beispielsweise das Museum Bank Indonesia recht interaktiv und ansprechend. Für uns waren es zwei coole Tage und wir würden Jakarta wieder einplanen.
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