Indonesischer Unabhängigkeitstag 🇮🇩
- Brigitte Küng-Reber
- 17. Aug. 2024
- 1 Min. Lesezeit
Heute feiert Indonesien seinen Unabhängigkeitstag. Seit Wochen sehen wir Schulklassen, die Paraden und Aufführungen üben. Gefeiert wird nicht nur heute, sondern die ganze nächste Woche. Die Indonesier sind sichtbar stolz auf ihren Unabhängigkeitstag und überall werden Häuser und Quartiere mit Flaggen und rot-weissen Bändern dekoriert. Indonesien erkämpfte sich erst 1945 die Unabhängigkeit von den Holländern. Angesicht des grossen Widerstandes und des andauernden Machtanspruches der Kolonialmacht sowie der offenbar blutigen Jahre damals ist es erstaunlich, dass die Indonesier so nett zu uns Europäern sind.

Der diesjährige Unabhängigkeitstag steht ganz im Zeichen der neuen Hauptstadt Nusantara, welche aktuell mitten im Dschungel im indonesischen Teil von Borneo gebaut wird und heute ihre offizielle Einweihung erfährt. Es ist ein sehr ehrgeiziges Projekt mit hohen Ansprüchen: die historisch gewachsene Hauptstadt Jakarta soll von einer auf dem Reissbrett geplanten, neuen Hauptstadt in der flächenmässigen Dimension des Kantons Tessin abgelöst werden. Man plant von Anfang an mit erneuerbarer Energie, futuristischen Mobilitätsformen (Flugtaxis!) und ganz grossen Visionen. Vordergründig geben sich die Indonesier enthusiastisch, bei einem interessanten Gespräch mit unserem Gastgeber in Yogyakarta kam aber zwischen den Zeilen deutlich hervor, dass er nicht an einen schnellen Umzug in die neue Hauptstadt glaubt, dass er Vorbehalte in Bezug auf den Schutz der Dschungelbewohner inklusive der Orang Utans hat und dass sehr viel staatliches Geld in dieses Prestigeprojekt fliesst. Mit dem Alltag der allermeisten Indonesier dürfte Nusantara heute wie morgen herzlich wenig zu tun haben.
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